Kollagen

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Was ist Kollagen?

Der Begriff Kollagen oder Collagen stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Leim erzeugend„. Viele von uns kennen Collagen noch unter dem Begriff Gelatine, welche man z.B. für die Herstellung von Götterspeis oder Marmelade verwendet hat.

Kollagene sind Faserbündel, die hauptsächlich im Bindegewebe, der Haut, dem Gelenkknorpel, den Bändern und Sehnen sowie den Knochen und Zähnen zu finden sind. Kollagenfasern sind kaum dehnbar und besitzen eine enorme Zugfestigkeit. Man kann sie am ehesten mit Stahlkabeln vergleichen.

Im menschlichen Körper stellt Kollagen mit über 30 Prozent das am häufigsten vorkommende Protein.

Warum ist Collagen wichtig für die Haut?

Collagen ist die wichtigste Strukturkomponente unseres größten Organs, der Haut, denn es macht 80 Prozent ihrer Trockenmasse aus. Die Haut lässt sich in drei Schichten unterteilen: Oberhaut (Epidermis), mittlere Hautschicht (Dermis oder Lederhaut) und Unterhaut (Subkutis). 

Kollagenhaltiges Bindegewebe befindet sich dabei in der mittleren Hautschicht, der Dermis. Dort ist es für Hautelastizität und Hautfestigkeit verantwortlich und sorgt in jungen Jahren so für ein strahlendes und jugendliches Aussehen.

Leider lässt die körpereigene Collagen-Bildung bereits im Alter von etwa 25 Jahren nach – der natürliche Hautalterungsprozess setzt ein. Mit zunehmendem Alter wird immer weniger Collagen im Körper produziert. Die Folge ist, dass Hautfeuchtigkeit verloren geht, die Haut ihre Elastizität verliert und Falten entstehen.

Unterschiedliche Collagen-Typen

Im menschlichen Körper gibt es 28 Formen von Collagen mit unterschiedlichen Eigenschaften, Funktionen und Aufgaben. Kollagen oder collagenhaltige Lebensmittel, wie z.B. Fleisch werden im Darm aufgespalten. Kleinere unspezifische Collagen-Bruckstücke (Collagen-Peptide) und die Collagen-Bausteine (Aminosäuren) werden über den Darm vom Körper aufgenommen.

Die bekanntesten Collagen-Typen sind Collagen Typ I, Collagen Typ II und Collagen Typ III.

Collagen Typ I

Collagen Typ I stellt mit einem Anteil von 90 Prozent die größte Menge an Collagen im menschlichen Körper. Collagen Typ I besteht aus dichten Fasern und ist ein wichtiger Bestandteil von Haut, Bindegewebe, Gefäßen, Sehnen und Bändern, Knochen sowie Zähnen.

Die meisten herkömmlichen Collagen-Produkte oder einfache Collagen-Hydrolysate enthalten ausschließlich Collagen Typ I.

Collagen Typ II

Collagen Typ II besteht aus lockeren Fasern und findet sich vor allem im elastischen Knorpel, z.B. in den Gelenken. Hier sorgt es für ein beinahe Reibungsloses gleiten der Knorpelplatten, fungiert als Stoßdämpfer und verhindert das Knochen auf Knochen reibt.

Wie wichtig das ist merken wir leider erst, wenn es zu spät ist und der Gelenkknorpel diese Funktion nicht mehr ausüben kann.

Collagen Typ III

Collagen Typ III ist Bestandteil von Muskeln, Organen und Gefäßen. Es zeichnet sich durch seine feste Flexibilität aus. Collagen Typ III kommt in Gewebe vor, das neben einer gewissen Stabilität auch die nötige Flexibilität benötigt, um bei einer zu starken Belastung nicht direkt zu zerreißen, z.B. in den Arterien.

Unterschiedliche Collagen-Formen

Wie in allen Bereichen hat sich auch im Bereich der Collagene in den letzten Jahrzehnten einiges getan. Neue Herstellungsverfahren und Forschungsergebnisse ließen immer neue Collagen-Formen entstehen.

collagenes Protein

Früher als Gelatine bezeichnet wird heute der Oberbegriff Collagen dafür verwendet. Natürliches Collagen besteht aus drei miteinander verschlungenen Polypeptidketten, ähnlich wie drei Fäden, die zu einem Seil verdreht sind.

Collagen-Hydrolysat

Collagen-Hydrolysat entsteht durch die enzymatische Spaltung des Collagens in einzelne unspezifische Collagen-Peptide unterschiedlicher Größe.

Im Grunde wird hier der Verdauungsvorgang im menschlichen Körper nachgeahmt, mit dem Unterschied, dass der Aufspaltungsprozess im Stadium der unspezifischen Collagen-Peptide angehalten wird. Im Körper würden sonst die unspezifischen Collagen-Peptide zum großen Teil weiter in die einzelnen Aminosäuren aufgespalten.

Am ehesten lässt sich das nachvollziehen, wenn man 3 Wollfäden zu einem dickeren Faden verdreht und dann mit einer Schere wahllos und ungezielt den Faden in kleine Stücke zerschneidet. Die abgeschnittenen Stücke werden alle eine unterschiedliche, unspezifische, Länge haben.

spezifische bioaktive Collagen-Peptide

Durch intensive Forschung war es möglich, Enzyme zu entwickeln, die in der Lage sind, Collagen gezielt in ganz spezifische bioaktive Collagen-Peptide zu zerschneiden. Dadurch ist es heute möglich, bioaktive Collagen-Peptide zielgenau für die Anregung der körpereigenen Collagen-Bildung herzustellen. Jetzt ist es möglich, durch die Einnahme spezieller bioaktiver Collagen-Peptide den Körper dazu zu bringen, gezielt neues Collagen für z.B. die Haut herzustellen.

Auf unseren dickeren Faden aus drei Wollfäden übertragen würden man bei jedem Schnitt mit einen Lineal genau die Größe des Fadenstückes abmessen und erst dann abschneiden. Die abgeschnittenen Stücke werden alle die gleiche, spezifische, Länge haben.

Mehr zu spezifischen bioaktiven Collagen-Peptiden.

Collagen Herstellung

Collagen wird aus kollagenreichem Gewebe von Tieren, die für den menschlichen Verzehr freigegeben wurden, hergestellt. In Europa stammt ein Großteil des Collagen vom Schwein und ein kleinerer Anteil vom Rind. Zwar wird auch immer wieder Marines-Collagen aus Fischen angeboten, das ist aber aufgrund einer unterschiedlichen Aminosäuren-Zusammensetzung für den Menschen keine optimale Collagen-Quelle.

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